In diesem Trainings-Modul möchten wir Sie über die Gefahren eines möglichen Ausbruches des Norovirus aufklären.

Insbesondere an Bord unserer A-ROSA Flotte ist es enorm wichtig, grundlegende Regeln zu beachten. Hier ist jedes einzelne Crewmitglied in der Verantwortung.

1. Was sind Noroviren?

Noroviren kommen weltweit vor und bewirken meist Magen-Darm-Erkrankungen. Die Erreger werden von Erkrankten massenhaft mit dem Stuhl und dem Erbrochenen ausgeschieden und sind hoch ansteckend. Deshalb kommt es häufig zu größeren Ausbrüchen von Brechdurchfällen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Altenheimen oder Krankenhäusern (hierzu zählen aber vor allem auch Kreuzfahrtschiffe). Die meisten Erkrankungen ereignen sich von Oktober bis März.

2. Wie werden Noroviren übertragen?

Von Mensch zu Mensch

Noroviren werden meist über eine Schmierinfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Dabei werden die Erreger in kleinsten Spuren von Stuhlresten oder Erbrochenem von Erkrankten an den Händen weitergetragen. Von der Hand gelangen die Viren leicht in den Mund. Sehr ansteckend sind auch winzigste virushaltige Tröpfchen in der Luft, die während des Erbrechens entstehen.

Über verunreinigte Gegenstände

Die Erreger können vor allem auch an Gegenständen wie Türgriffen, Handläufen oder Armaturen haften und über die Hände leicht in den Mund gelangen. Diese sind an Bord in einer Vielzahl vorhanden und werden häufig benutzt. Daher ist die regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Oberflächen sehr wichtig.

Über Nahrungsmittel

Rohe Lebensmittel wie Salate und Obst können mit Noroviren belastet sein und ebenso zu einer Ansteckung führen. Lebensmittel sind jedoch seltener der Auslöser. In der Regel wird der Erreger von Land an Bord eingeschleppt.

3. Welche Krankheitszeichen haben Erkrankte?

Die Erkrankung beginnt zumeist plötzlich mit heftigem Durchfall, Übelkeit und schwallartigem Erbrechen. Dazu kommt häufig ein starkes Krankheitsgefühl mit Bauch- und Muskelschmerzen, gelegentlich mit leichtem Fieber und Kopfschmerzen. Die starken Brechdurchfälle können rasch zu einem Flüssigkeitsmangel im Körper führen, welcher sich durch ein ausgeprägtes Schwächegefühl oder Schwindel bemerkbar machen kann.

Bereits bei dem ersten Anzeichen ist es wichtig zu reagieren und zu informieren. Sollten Sie selbst betroffen sein, informieren Sie bitte direkt Ihren Vorgesetzten. Sollten Anzeichen bei Gästen erkennbar sein, so ist der Hotelmanager zu informieren. Er leitet die weiteren notwendigen Maßnahmen ein und informiert.

4. Wann bricht die Krankheit aus und wie lange ist man ansteckend?

Nach der Ansteckung bricht die Erkrankung meist schnell aus, in der Regel zwischen 6 Stunden und 2 Tagen. Die Betroffenen sind mit dem Auftreten der Krankheitszeichen hoch ansteckend. Bis etwa 48 Stunden nach Abklingen der Beschwerden werden relativ viele Erreger mit dem Stuhl ausgeschieden. Aber auch bis zu 2 Wochen oder in Einzelfällen sogar noch länger können Erkrankte die Viren ausscheiden und noch ansteckend sein, auch wenn Erbrechen und Durchfall bereits abgeklungen sind.

5. Handlungsanweisungen und Hinweise

Wer ist besonders gefährdet?

Grundsätzlich kann jeder an Noroviren erkranken. Besonders häufig trifft es Kinder unter 5 Jahren und Senioren über 70 Jahren. Sie reagieren auch besonders empfindlich auf den Flüssigkeitsverlust, der durch Erbrechen und Durchfall entstehen kann.

Was muss ich bei einer Erkrankung beachten?

Erkrankte sollten sich körperlich schonen und den Kontakt mit anderen Personen sehr stark einschränken. Daher ist es wichtig, dass erkrankte Personen Ihre Kabine nicht verlassen und nach Absprache möglichst von Bord gebracht werden, um eine Verbreitung zu vermeiden.

Wie können wir dafür sorgen, dass ein Norovirus nicht an Bord kommt?

Händehygiene: Waschen Sie sich die Hände immer sorgfältig mit Wasser und Seife, insbesondere nach jedem Toilettengang sowie vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen. Trocknen Sie die Hände anschließend sorgfältig mit einem sauberen Tuch ab. Dadurch wird verhindert, dass Krankheitserreger aus dem Darm über verunreinigte Hände in den Mund gelangen. Zusätzlich sind die Handdesinfektionsspender an Bord regelmäßig zu benutzen. Dies gilt für Crew und Gäste. Vor jedem Besuch der Crewmesse sind die Hände zu waschen und zu desinfizieren.

Was bedeutet ein möglicher Ausbruch eines Norovirus für die jeweiligen Bereiche?

Anbei zeigen wir Ihnen einige Maßnahmen welche in den jeweiligen Bereichen gelten. Auch wenn Sie nicht in einem dieser Bereiche arbeiten, sehen Sie so den Mehraufwand der ein möglicher Ausbruch für unsere Crew bedeutet. Achten Sie daher bitte auf die Vorsorge, damit es nicht so weit kommt.

Frontoffice

  • Abstand zu Gästen halten
  • Keine Hände schütteln
  • Im Gespräch mit einer betroffenen Person (Mitreisender, der an die Rezeption kommt) gilt: Möglichst jeweils VOR jedem Gastkontakt die eigenen Hände desinfizieren (zwischendurch Handcreme nicht vergessen), dann können auch Reiseunterlagen des Gastes angefasst werden
  • Thekenbereich möglichst nach jedem Gast desinfizieren
  • Schließen der öffentlichen Toiletten und des SPA/Fitness Bereiches

Maître

  • Der Gast bestellt via Rezeption, was er auf die Kabine wünscht. Bitte nach Möglichkeit bringen, was gewünscht wird.
  • Es wird explizit nur ein extra geschulter Mitarbeiter eingeteilt.
    Für diesen gilt:
    • Ganzkörperschutz in der Kleidung, Handschuhe
    • Abstand halten, keinen direkten Körperkontakt
    • Handschuhe entsorgen und Desinfektion des Türknaufs von außen nach Verlassen der Kabine
    • Das mitgenommene Geschirr wird durch den Mitarbeiter direkt zur Spüle und vor Ort direkt durch diesen Mitarbeiter in die Geschirrspüle zum Waschen gegeben. Danach kann wieder alles normal behandelt werden
    • Erst danach (Geschirr befindet sich in der Spülmaschine) entsorgen der Handschuhe

Hausdame

  • Abstand zu Gästen halten
  • Erst wird – solange es die Anzahl der betroffenen Kabinen zulässt – ein separat geschulter Mitarbeiter zugeordnet.
  • Betreten der Kabine immer mit Handschuhen und Vollkörperschutz (keine unbedeckten Hände oder Beine)
  • Der Mundschutz ist nur bei frisch Erbrochenem und verunreinigter Toilette erforderlich.
  • Keine Sonderreinigung, im Gegenteil: Nur das unbedingt Erforderliche.
  • Ist eine offizielle Virussituation ausgelöst und steigt der Gast ab, dann wird die Firma Texbo zur Grundreinigung erwartet. In diesem Fall sollte die Kabine nicht sofort gereinigt werden. Der Virus überlebt nur zeitlich begrenzt und die Ansteckungsgefahr schwindet täglich.
  • Handelt es sich um einzelne Kabinen, VOR einem offiziellen Virus-Alarm, darf mit entsprechender Sorgfalt und geschult auch umgehend gereinigt werden.
  • Keinerlei Wäschewechsel, sofern es nicht die Umstände erzwingen
  • Die zu wechselnde Wäsche kommt in einen Plastiksack und wird von dem Mitarbeiter direkt zur Wäscherei gebracht. Dort wird diese direkt in einem eigenen Waschgang (unter Zugabe des Spezialreinigers, sofern an Bord) bei max. möglicher Temperatur gewaschen. Danach kann die Wäsche regulär behandelt werden.
  • Weder Gast noch Crew werden in freie Kabinen umgelegt/isoliert.
  • Nach jedem Verlassen der Kabine sind die Handschuhe zu entsorgen und der Türgriff sorgfältig zu desinfizieren.

Küche

  • Alle Mitarbeiter in der Show Galley müssen Handschuhe benutzen
  • Kein Gast darf sich selbst etwas nehmen
  • Keine Selbstbedienung am Büfett / keine Vorleger
  • Mitarbeiter legen dem Gast die Speisen auf den Teller

Abschließend gilt:


Es gibt keine Medizin oder Impfstoff gegen einen Norovirus. Es kann nur durch die angegebenen Vorsichtsmaßnahmen vorgebeugt werden. Hier ist jeder Einzelne in der Verantwortung: für sich selbst, die Kollegen und unsere Gäste.